Guido-Reger-Gründungspreis 2026 für Sectorlens: Was die Auszeichnung für die digitale Transformation des Mittelstands bedeutet

Updated:

21. Juli 2026

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Kernaussagen

Die Sectorlens GmbH ist mit dem Guido-Reger-Gründungspreis 2026 der Universität Potsdam ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich an herausragende Start-ups vergeben, die durch Innovationskraft, unternehmerischen Mut und gesellschaftliche Wirkung überzeugen.

Für Sectorlens ist die Auszeichnung mehr als eine Anerkennung der bisherigen Unternehmensentwicklung. Sie bestätigt einen Ansatz, bei dem wissenschaftlich fundierte KI nicht isoliert betrachtet wird, sondern mit strategischer Unternehmensberatung und konkreter technischer Umsetzung verbunden wird.

Für Unternehmen, die vor einer ERP-Auswahl, einer Modernisierung ihrer Systemlandschaft oder einer umfassenderen digitalen Transformation stehen, kommt es auf diese Verbindung an. Technologie entfaltet ihren Nutzen erst, wenn sie zu den tatsächlichen Prozessen, Anforderungen und Zielen eines Unternehmens passt.

Warum wurde Sectorlens ausgezeichnet?

Sectorlens wurde aus der Universität Potsdam heraus gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen Dr. Benedict Bender, Tim Körppen und Dr. Marcel Panzer. Das Team verbindet Erfahrungen aus Wirtschaftsinformatik, KI-Forschung, Softwareentwicklung sowie Management- und Technologieberatung.

Nach Darstellung der Universität kombiniert Sectorlens das Beste aus KI-Forschung und strategischer Unternehmensberatung. Ziel ist es, Unternehmen automatisiert zu analysieren, ihre besonderen Prozesse mithilfe einer KI-Engine zu verstehen und daraus präzise Digitalisierungs-Roadmaps abzuleiten.

Die Jury und die Universität würdigten dabei insbesondere drei Aspekte:

  • die forschungsbasierte Innovation
  • den gesellschaftlichen Impact
  • die technologische Exzellenz

Das Preisträgervideo hebt zudem die Mission hervor, KI-Technologien effizient und verständlich nutzbar zu machen. Sectorlens verbindet digitale Innovation mit dem Ziel, die Transformation der Wirtschaft nachhaltig zu unterstützen.

Von der Forschung in die unternehmerische Praxis

Die Gründungsidee entstand im Umfeld der Universität Potsdam und wurde durch Förderungen sowie die Unterstützung von Potsdam Transfer weiterentwickelt. Seit 2024 ist das Unternehmen am Markt tätig.

Heute begleitet Sectorlens Unternehmen von der strategischen Einordnung bis zur produktiven KI-Lösung. Zum Ansatz gehören strategische KI-Beratung, Qualifizierung, Entwicklung und der Betrieb eigener digitaler Produkte. Sectorlens beschreibt seinen Anspruch als wissenschaftlich fundiert und technologie-neutral, mit klarem Fokus auf die Umsetzung.

Ein sichtbares Ergebnis dieses Forschungstransfers ist die Plattform Find-Your-Software, zu der auch Find-Your-ERP gehört. Sie soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Anforderungen zu strukturieren und geeignete Softwarelösungen systematisch zu identifizieren.

Bereits 2025 wurde Sectorlens für dieses digitale Geschäftsmodell mit einem Sonderpreis beim Brandenburger Innovationspreis ausgezeichnet. Der Guido-Reger-Gründungspreis setzt diese Entwicklung fort. Er würdigt das Unternehmen nun zusätzlich als erfolgreiche Ausgründung aus dem universitären Umfeld.

Was bedeutet die Auszeichnung für ERP-Entscheider?

Auszeichnungen ersetzen keine sorgfältige Prüfung einer Methode oder einer Technologie. Sie können jedoch zeigen, welche Lösungsansätze von unabhängigen Institutionen als innovativ und gesellschaftlich relevant bewertet werden.

Aus Sicht von ERP-Entscheidern sind insbesondere fünf Aspekte relevant.

1. Unternehmensprozesse stehen vor der Software

Eine tragfähige ERP-Entscheidung beginnt nicht mit einer möglichst langen Liste von Systemfunktionen. Entscheidend ist zunächst, wie das jeweilige Unternehmen arbeitet: Welche Prozesse sind geschäftskritisch? Welche Besonderheiten unterscheiden das Unternehmen von seinen Wettbewerbern? Wo bestehen Medienbrüche, manuelle Arbeitsschritte oder Integrationsprobleme?

Der ausgezeichnete Ansatz setzt an dieser Unternehmens- und Prozessperspektive an.

2. KI wird mit Beratung und Fachwissen verbunden

Eine rein automatisierte Empfehlung wäre bei komplexen Softwareentscheidungen nicht ausreichend. ERP-Auswahl betrifft Prozesse, Organisation, Daten, Verantwortlichkeiten und langfristige Investitionen.

Die Verbindung von KI-gestützter Analyse und strategischer Beratung ersetzt die menschliche Entscheidung nicht. Sie schafft eine fundiertere und effizientere Grundlage dafür.

3. Mittelständische Unternehmen erhalten einen niedrigschwelligeren Zugang

Umfangreiche ERP- und Digitalisierungsprojekte sind häufig beratungs-, zeit- und kostenintensiv. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen verfügen jedoch nicht immer über eigene große IT- oder Transformationsteams.

Die im Preisträgervideo formulierte Vision lautet deshalb, jedem Unternehmen unabhängig von seiner Größe Zugang zu geeigneten digitalen Technologien zu ermöglichen.

4. Nachvollziehbarkeit bleibt entscheidend

Bei strategischen Softwareentscheidungen dürfen Empfehlungen nicht als Black Box behandelt werden. Anforderungen, Kriterien und Bewertungen müssen nachvollziehbar sein.

Dies gilt insbesondere dann, wenn KI im Auswahlprozess eingesetzt wird. Sie sollte Informationen strukturieren, Zusammenhänge sichtbar machen und Entscheidungen vorbereiten. Verantwortung und abschließende Bewertung verbleiben jedoch bei den beteiligten Menschen.

5. Digitalisierung wird als Roadmap verstanden

ERP-Auswahl ist selten eine isolierte Systementscheidung. Sie steht in Verbindung mit Datenqualität, Schnittstellen, Prozessstandardisierung, Automatisierung und dem Einsatz weiterer spezialisierter Anwendungen.

Eine Digitalisierungs-Roadmap ordnet diese Themen zeitlich und strategisch ein. So lässt sich unterscheiden, welche Veränderungen kurzfristig erforderlich sind, welche Voraussetzungen zunächst geschaffen werden müssen und welche Technologien später sinnvoll ergänzt werden können.

Das Preisträgervideo

Im offiziellen Video der Universität Potsdam werden die Entstehungsgeschichte, die Technologie und die übergeordnete Vision von Sectorlens vorgestellt.

Dabei wird deutlich, dass die Auszeichnung nicht allein ein einzelnes Produkt betrifft. Im Mittelpunkt steht ein umfassenderer Ansatz: Forschungsergebnisse sollen in verständliche, praktisch einsetzbare und wirtschaftlich relevante Lösungen übertragen werden.

Der deutsche Mittelstand sollte auf dem gleichen digitalen Niveau wie das Silicon Valley konkurrieren können.

Beim Abspielen werden Inhalte von videoup.uni-potsdam.de (Universität Potsdam) geladen.

Auszeichnung und Auftrag zugleich

Der Guido-Reger-Gründungspreis ist eine Anerkennung der bisherigen Entwicklung von Sectorlens. Gleichzeitig formuliert er einen Anspruch für die weitere Arbeit.

KI-basierte Unternehmensanalyse muss auch künftig transparent und fachlich belastbar bleiben. Gerade im ERP-Umfeld reicht technologische Innovation allein nicht aus. Sie muss reale Prozesse berücksichtigen, unterschiedliche Interessen im Unternehmen zusammenführen und Entscheidungen ermöglichen, die langfristig tragfähig sind.

Sectorlens und Find-Your-ERP verstehen die Auszeichnung deshalb nicht nur als Anlass zur Freude. Sie bestätigt den eingeschlagenen Weg und ist zugleich ein Auftrag: wissenschaftliche Erkenntnisse weiter in konkrete Lösungen für den Mittelstand zu übersetzen.

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Weiterführende Informationen

  1. Universität Potsdam (2026): Guido-Reger-Gründungspreis und Preisträger. Potsdam Transfer. uni-potsdam.de
  2. Universität Potsdam (22.01.2026): 3D-Bioelektronik und Unternehmensberatung mit KI – Gründungs- und Transferpreise verliehen. Pressemitteilung. uni-potsdam.de
  3. Universität Potsdam: Offizielles Preisträgervideo. Panopto. videoup.uni-potsdam.de
  4. Sectorlens GmbH: Über Sectorlens. sectorlens.de
Bild von Dr. Bendict Bender

Dr. Bendict Bender

Benedict Bender studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie an der Universität St. Gallen. Im Rahmen seines Deutschlandstipendiums wirkte er am Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung der Humboldt Universität zu Berlin mit. Benedict Bender verfügt über umfangreiche praktische Erfahrung in der internationalen Management-, IT-Strategie- sowie Technologieberatung. Der Praxistransfer seiner Forschungsergebnisse wird u.a. durch seine Tätigkeiten als Autor, Managementberater und Coach erreicht. Er regelmäßig als Keynote-Speaker auf.

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